OER und Recht

Um ein OER-Projekt umsetzen zu können, muss man sich auch mit rechtlichen Aspekten befassen. Grundsätzlich sind OER wie andere geistige Schöpfungen urheberrechtlich geschützt, weshalb sie ohne den Einsatz öffentlicher Lizenzen nicht frei geteilt, nachgenutzt, weiterentwickelt oder angepasst werden können.

Aus urheberrechtlicher Sicht unterscheiden sich OER von anderen Lehr- oder Lernmaterialien nicht dadurch, dass die einen geschützt und die anderen frei wären, sondern durch die Lizenz unter der das Material veröffentlicht wird. Der Unterschied liegt also darin, wie der jeweilige Rechteinhaber mit seinen Rechten umgeht, ob er sich alle Rechte vorbehält oder sein Werk zur mehr oder weniger freien Nutzung zur Verfügung stellt.

 

Infografik CC-Lizenzauswahl von Barbara Klute und Jöran Muuß-Merholz

Infografik „Welches ist die richtige CC-Lizenz für mich?“ (Grafik von Barbara Klute und Jöran Muuß-Merholz für wb-web unter CC BY SA 3.0)

Freie oder öffentliche Lizenzen (public licences), wie sie bei OER, Open Source Software, Open Content oder Open Access eingesetzt werden, sind keine Gegenmodelle zu Urheberrecht, da sie auf dem Urheberrecht basieren. Der Rechteinhaber stellt Bedingungen (Lizenzpflichten) für die Nutzung auf.

Es gibt bereits bestehende Lizenzmodelle, die sich für OER eignen, wie beispielsweise Creative Commons (CC). Diese CC-Lizenzen haben sich aktuell zu einer Art Standard entwickelt, auch wenn sie keine speziellen Lizenzen für Lehr- und Lernmaterialien sind.

Weiterführende Informationen

Ausführliche Informationen zum Thema Open Educational Resources, Open Content und Urheberrecht finden Sie in einer Publikation von Dr. Till Kreutzer. In dieser Studie werden die urheberrechtlichen Rahmenbedingungen im Zusammenhang mit Open Educational Resources (OER) untersucht.